SANTA CRUZ DE TENERIFE


Santa Cruz de Tenerife, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden der Insel, ist eine schöne moderne Stadt und heute wichtigstes Handels- und Fremdenver­ kehrszentrum mit rund 200.000 Einwohnern, das jedoch seine historischen Traditionen lebendig erhal­ ten konnte. Die Strände und Straßen der Stadt waren Schauplatz der bedeutendsten historischen Ereignisse Teneriffas und der Kanaren. Bei Anazo (dem heutigen Hafengebiet von Santa Cruz) landete Ende des 15. Jahrhunderts die Militärexpedition von Don Alonso Fernandez de Lugo, der von hier aus ins Landesinnere vordrang, um die Guanchenreiche zu erobern. Die Stelle, wo der spanische Eroberer zum Zeichen des guten Gelingens seines Unternehmens und der Über­ mittlung der Frohen Botschaft ein Kreuz errichtete, ging unter dem Namen Barrio (Stadtviertel) del Cabo in die Geschichte ein. Der erste Kern, um den sich das anfangs Santa Cruz de Anazo genannte Dorf grup­ pierte, war die Burg San Cristobal, die Ende des 14. Jahrhunderts entstand. In der Folge entwickelte sich das Fischerdorf Santa Cruz zum wichtigsten Seehafen für die Hauptstadt La Laguna, die unweit der Küste im Landesinnern gegründet worden war. Im 16. Jahrhun­ dert existierten bereits die typischsten Straßen von Santa Cruz: Calle de Castillo, Calle de la Cruz Verde und Calle de la Candelaria. Die zu Verteidigungszwecken zahlreich errichteten Festungen konnten dennoch nicht verhindern, daß in jenem Jahrhundert und auch später die Stadt immer wieder von Piraten überfallen wurde, die damals die Küsten unsicher machten. 1657 fand vor Santa Cruz eine denkwürdige Schlacht statt. Der englische Pirat Robert Blake griff mit seiner gan­ zen Mannschaft den kleinen Hafen an, wurde aber vom Artilleriefeuer der spanischen Soldaten zurückge­ worfen und aufs offene Meer hinausgetrieben. Mehr als ein Jahrhundert später fand 1797 vor Santa Cruz auf hoher See eine weitere bedeutsame Schlacht statt, in der die englische Flotte von Admiral Horatio Nel­ son angeführt wurde. Im Verlauf des Kampfes wurde der Admiral schwer verletzt, so daß sein rechter Arm amputiert werden mußte.
Der eigentliche wirtschaftliche Boom der Stadt erfolgte im 18. Jahrhundert, als La Laguna seine Funktion als Hauptstadt der Insel verlor. 1723 übernahm Santa Cruz de Tenerife Zug um Zug die Verwaltungs- und Finanzorgane der Krone und wurde so zum institutio­ nellen Mittelpunkt der Insel. In dieser Epoche regte sich ein intensives kulturelles Leben, und es entstanden Profan- und Kirchenbauten, die auch heute noch den besonderen Reiz der Stadt ausmachen. Unter Bevorzugung schlichter, symmetrischer Formen schmückte man die Fassaden von Häusern und Palästen zuneh ­mend mit den typisch kanarischen, anmutigen Holzbalkonen und anderen Dekorationselementen. Seitdem erlebte die Stadt ein unglaubliches Wachstum, sowohl unter demographischem Gesichtspunkt als auch auf wirtschaftlichem Gebiet. Der Hafen ist heute der wichtigste Umschlagplatz des kanarischen Han- delsverkehrs,. nicht zuletzt dank der hohen Exporte einer großen Ölraffinerie und zahlreicher Konservenindustrien. Obgleich immer mehr Urlauber per Flugzeug auf Teneriffa ankommen, hat der Hafen nichts von seiner touristischen Bedeutung eingebüßt. Ein täglicher Schiffsverkehr verbindet die Stadt mit anderen kanarischen Häfen und bietet damit reizvolle Möglichkeiten für Kreuzfahrten und eintägige Ausflüge. Der Aufstieg von Santa Cruz zu einem modernen, dynami­schen Zentrum ist hauptsächlich dem zunehmenden Fremdenverkehr und Handel in den letzten Jahrzehnten zu verdanken. Dennoch konnte die Stadt vieles von ihrem Zauber und der Atmosphäre aus der Kolonialzeit bewahren. Die neu entstandenen Stadtviertel fügten sich harmonisch an die vorhandene Struktur an, mit breiten baumbestandenen Alleen und großen öffentlichen Grünanlagen wie dem schönen Parque Municipal Garcia Sanabria, der einen Zoo und eine Vielfalt exotischer und tropischer Pflanzen enthält. Für den weniger eiligen Touristen hält Santa Cruz de Tenerife eine Fülle von Sehenswürdigkeiten bereit. Der Besuch von Museen und Kunstgalerien ist ebenso reizvoll wie ausgedehnte Spaziergänge über Alleen und Plätze, auf denen man die reichen Baudenkmäler der Stadt entdeckt. Breite Umgehungsstraßen umschließen in einer Art Rechteck das älteste und interessanteste Kerngebiet, das sich hinter der Uferstraße Jose Antonio Primo de Rivera erstreckt. Einer der belebtesten Punkte ist die Plaza de Espania, ein heller, großangelegter Platz direkt vor dem Ozean. In der Mitte erhebt sich das Monument für die Gefallenen des spanischen Bürgerkrieges (1936-39) mit Bronzeskulpturen von Enrique Cesar Zadivar, einem 1915 in Cadiz geborenen spanischen Künstler, der sich durch einen kraftvollen klassizistischen Stil auszeichnet. Ein Aufzug im Innern des Denkmals fährt auf die Turmspitze des Obelisken, wo der Besucher einen herrlichen Blick auf die Küste und das Hafengebiet genießt. Wichtige Bauwerke säumen den Platz, wie der Palazzo del Cabildo Insular, ein modernes Gebäude des Architekten Jose Enrique Marrero, in dem die Provinzverwaltung und ein historischarchäologisches Museum untergebracht sind. Neben Fundsammlungen der einheimischen Urbevölkerung von Teneriffa und sehenswerten Rekonstruktionen antiker Grabmonumente sind hier schöne Gemälde des Kubaners Jose Aguiar (1895-1975) ausgestellt. Die Werke des vor allem durch die mexikanische Wandma­lerei beeinflußten Künstlers haben vielfach Legenden und Szenen aus dem Inselleben von den Anfängen der Guanchenkultur bis in unsere Tage zum Thema. Wenn wir uns vom Platz entfernen und die entgegengesetzte Richtung der Uferstraße einschlagen, kommen wir nach einigen hundert Metern zur Plaza de Candelaria mit dem Denkmal der Madonna de Candelaria, Patronin des kanarischen Archipels. Das Werk aus Carraramarmor schuf der Genueser Bildhauer Pasquale Bocciardo im 18. Jahrhundert. An diesem Platz steht eines der wichtigsten Gebäude von Santa Cruz: der Palacio de la Carta, ein schönes Beispiel kanarischer Architektur des 18. Jahrhunderts und ehemals Sitz der Präfektur. Von hier aus erreicht man bequem zu Fuß das in der Nähe der Plaza del Principe gelegene Museo Municipal de Bellas Artes, das sehenswerte Sammlungen besitzt mit Werken der hervorragendsten Maler und Bildhauer Teneriffas, Gemälden von Ribera, Van Loo, Bruegel, Madrazo und anderen Künstlern. Am gleichen Platz liegt auch der monumentale Klosterkomplex San Francisco. Die um 1680 begonnene Kirche wurde im 18. Jahrhundert fertiggestellt. An der klar gezeichneten, essentiellen Hauptfassade fällt das schöne Barockportal mit einem Marienbild auf. Das Innere birgt neben prächtigen Retabeln und Skulpturen des 17. und 18. Jahrhunderts wunderschöne Kanzelgemälde eines Künstlers aus Gran Canaria, Juan de Miranda (1733-1805). Lohnenswert ist auch der Besuch der Iglesia de la Concepciön, der ältesten Kirche der Stadt. Der Bau geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als Santa Cruz noch ein armes Fischerdorf war. Im folgenden Jahrhundert wurde er erweitert und nach einem verheerenden Brand 1632 vollkommen neu errichtet. Der Wiederaufbau in größerer Form wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der Verwirklichung des schönen Glockenturms abgeschlossen. Im Kirchen­ inneren werden wertvolle Erinnerungsstücke aus der Geschichte der Stadt und Teneriffas bewahrt: das Kreuz der Eroberung, das der spanische Eroberer Fernändez de Lugo gleich nach seiner Landung am Strand von Ariazo errichtete, und die Flaggen der von Nelson befehligten Flotteneinheit, die von den Spaniern in der Verteidigungsschlacht von Santa Cruz erbeutet wurden. Die meisten Kunstwerke in der Kirche stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und gehören dem Barock oder Churriguerastil an; mit dieser Kunstrichtung, die ihren Namen von einer katalanischen Architekten- und Bildhauerfamilie ableitet, bezeichnet man die prunkvolle Dekoration des spanischen Spätbarock. Ein wertvolles Beispiel dieser letzten Kunstbewegung ist das Retabel der Hauptkapelle mit einer Marienfigur von Fernando Estevez. Die Kapellen an den Langseiten sind eine Fundgrube von Skulpturen, Malereien und Goldschmiedearbeiten: ein herrliches holzgeschnitztes Retabel aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts (Cappella de los Carta), ein Gemälde von Juan de Miranda mit der Darstellung 'Anbetung der Hirten', eine Mater dolorosa und ein San Jose des Bildhauers Lujan Perez, ein San Pedro von Sebastian Fernandez. Bevor man die Stadt verläßt, sollte man noch einen Abstecher zum Castillo de Paso Alto an der malerischen Anagaallee machen. Die Burg wurde zu Ehren der Bewohner von Teneriffa gebaut, die am 25. Juli 1797 beim Flottenangriff des Admirals Horatio Nelson Santa Cruz verteidigt hatten. Das hier untergebrachte Militärmuseum bewahrt den sog. "El Tigre", die Kanone, die den rechten Arm des englischen Offiziers abschlug.
 

SEHENSWERTES:

 
-- RAMLA ( HAUPTEINKAUFSVIERTEL HIER BEKOMMT MANN BZW. FRAU ALLES)
-- RUNDFAHRT MIT DER MINIEISENBAHN
-- MEERWASSERSCHWIMMBAD
-- AUDITORIUM
 

REFERENZPREIS:

 

-- 0,5 l Bier vom Fass zwischen 1,70 € u. 3,50 €

-- Empfehlungen zum Essen & Trinken